emka's Notizblo(g)ck

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Jun 15
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Niedriger Stundenlohn für Teilzeitkräfte

Vor ein paar Tagen bin ich auf eine interessante Studie gestoßen. Aus einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung geht hervor, dass Teilzeitbeschäftigte, auch solche mit gleicher Qualifikation, in der Regel mit einem geringeren Stundenlohn wie Vollzeitbeschäftigte rechnen müssen.

Während im Osten des Landes die Differenz bei den Stundenlöhnen zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten geringer ausfällt, müssen teilzeitbeschäftigte Frauen im Westen im Schnitt mit 2,50 Euro und Männer sogar mit einem noch größeren Abschlag rechnen. Dazu kommt dann noch, dass die Spanne der Stundenlöhne bei Teilzeit viel größer ausfällt wie für Vollzeitjobs.

Die zu Grunde liegenden Zahlen der WSI-Studie basieren aus 2007. Zu Heute hat sich da wohl nicht viel verändert. Wohl eher noch verschlechtert, wenn ich mich da so an ein paar 400 Euro-Jobangebote erinnere. Z.B. jenes für eine Buchhaltungskraft, natürlich mit weitreichenden Kenntnissen, mit geforderten mindestens 15 Stunden/Woche. Der dabei herauskommende Stundenlohn ist ja wohl indiskutabel.

Aber anscheinend kann man es ja heute so machen. Denn neben der Zeitarbeit wächst der Bereich der Teilzeitarbeit immer weiter. Neben denjenigen die aus purer Not in Teilzeit arbeiten müssen, ist Teilzeit natürlich trotz allem interessant und wichtig, vor allem für diejenigen, die aus familiären Gründen, für Kindererziehung oder Pflege, die Arbeitszeit reduzieren wollen bzw. müssen. Nur muss sich da in der Gesellschaft bzw. vor allen bei den Personalern auch noch so einiges ändern, andernfalls wird Teilzeit, selbst nur für eine gewisse Zeit geplant, zur Karrierebremse.

Die Stundenlohnabschläge betreffen vor allem Teilzeitbeschäftige mit weniger als 15 Stunden/Woche, worunter sich meistens 400 Euro-Jobs befinden. Dazu kommt noch, dass die Arbeitgeber für Minijobs zwar pauschal Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführen, die Beschäftigen davon im Krankheitsfall nichts und in der Rentenversicherung nur minimal etwas davon haben. Wenn sich an dieser Situation - immer mehr Menschen, die mit solch einer geringfügigen Beschäftigung arbeitsmarktbedingt auskommen müssen, die Stundenlohnabschläge und die Nachteile in der Sozialversicherung - politisch nichts ändert, wird dies dazu führen, dass in Zukunft immer mehr Bürger in die Altersarmut rutschen und die Sozialversicherungssysteme weiter ausgehöhlt werden.